Mittwoch, 28. März 2007

Bestseller-Listen

Bin grade bei Barnes & Noble vorbeigesurft, mal nach "neue" SF kucken oder Nachdrucke von Klassikern ausgraben. Bin dann auf der Bestseller-Liste von der "New York Times" gelandet. Mann, Bestseller-Listen sind krass. Vor allem, wenn man sie als Spiegel der Gesellschaft nimmt. Und vor allem, wenn es Bestseller-Listen von Internet-Händlern sind (da trauen sich die Leute dann die Sachen zu bestellen, die sie im normalen Buchhandel nicht kaufen trauen).

Also bei "New York Times" geht es unter den Top 20 hauptsächlich um "Wie werde ich erfolgreich" ("Secrets of the Millionaire Mind: Mastering the Inner Game of Wealth"; "Now, Discover Your Strengths"), ums Abnehmen ("Best Life Diet"; "You, On a Diet: The Owner's Manual for Waist Management") und ums F***** ("The Cosmo Kama Sutra: 77 Mind-Blowing Sex Positions" *"mind" my ass*)

Da dies alles Ratgeber sind haben wir, oder in diesem Fall die Amerikaner, scheinbar hauptsächlich Probleme mit Erfolg, ihrer Figur und Sex.

Hm.

Wie siehts denn bei amazon Deutschland aus?

Platz 4: "Die Ultimative New York Diät"
Platz 7: "Der Ultimative New York Body Plan"

irgendwann weiter hinten dann ein Weight Watchers Buch. Aber nix zu Erfolg und Sex. Ergo: Wir Deutschen haben super Erfolg und super Sex. :)

Stimmt das aber auch???

Schauen wir zum Vergleich mal auf die Otherland-Bestseller-Liste von 2006:

Eines fällt gleich auf: Keine Ratgeber!
Platz vier Accelerando von Charles Stross. Alles drin, was der SF-Leser der neuen Generation so brauch: cooler Typ, toughe Frauen, Freak-Sex, High-End-High-Tec und Tempo, Temo, Tempo...

Ansonsten in unserer 2007 Bestseller-Liste: Spin von Robert Wilson, Die Rebellin von Trudi Canavan, Martins "Eis und Feuer Teil 7, Heiliger Zorn von Richard Morgan, Der Stern der Pandora von Hamilton, Olympos von Simmons und und und...

Und daraus folgt:

Unsere Leser haben Erfolg (da keine Erfolg-Ratgeber in unsere Liste sind), haben guten Sex (keine Sex-Ratgeber) und besitzen Spitzen-Traumfiguren (keine Diät-Hilfen).

Und die Moral von der Geschicht: Wer sich erfolgreich, sexy und schön findet, kauft seine Bücher im Otherland!

Der Chief opfert sich durch den Tag

Heute in der Früh (naja, 11:00, ähem...) im Otherland: unser Putzteufel Thorsten wischt die Fenster und der Chief aka Volker macht die Schaufenster. Die Sonne scheint. Alles easy und ein entspannter Otherlandtag... beinah wären mir die Blutspritzer im Gesicht des Chief nicht aufgefallen, oder besser gesagt, ich hab sie ausgeblendet, weil eben der Tag so schön und easy... naja, dann hat der Chief angefangen zu erzählen:

Im Auftrag seiner grausamen Herrscher an der Oper (Cylonen???) muss er täglich mehrmals einem sehr jungen Mädchen in der Opferwanne den Kopf runterschießen (daher die Blutspritzer). Überhaupt scheint es sich bei dem, was der Chief grade so macht hauptsächlich um Blut zu drehen. Dabei hängt sein Chef, der König, an der Klebstofftube und verlangt von ihm, dass er von all den Greultaten Fotos macht. Für das Album des Königs.

Ich mach mir ein bisschen Sorgen um den Chief. Dabei wirkt er eigentlich ganz entspannt. Kann aber täuschen. Die Ruhe vor dem Sturm. Djihad-Schläfer...

Jedenfalls: Die Oper stammt von Christof Willibald von Gluck. War ein (echter) Ritter, der mit Mozart ein Bier hätte trinken können. Wenn sie sich gekannt hätten. Tja, und der Chief eben mitten drin. In vier Wochen ist Premiere (22. April) und wer auf Horror, Splatter und Snuf steht, wird seinen Spaß haben. Meint der Chief. Und der muss es ja wissen. Weil ja mitten drin.

Mann, mann, mann...

Jetzt aber mal ein paar Bücher verkaufen. Apropos Bücher. Kennt jemand von Euch "Der Schacht" von David J. Schow? Musste ich dran denken, als der Chief hier seine Blutopferorgien ausbreitete. Auf der Rückseite des Buches steht folgendes:

"Im Mittelpunkt dieses hochgelobten lietrarischen Alptraums steht ein unheimliches Hotel in Chicago. Die Zimmerwände bluten, wenn man sei beschädigt, Räume vergrößern oder verkleinern sich, um ahnungslose Mieter zu fangen... Als zwei Kilo Kokain einen Lüftungsschacht hinabgeworfen werden, durchlebt das Gebäude einen irren Trip, aus dem wohl keiner der Bewohner entkommen wird."

!!!

Mann, mann, mann...

...und die Sonne scheint.

Samstag, 24. März 2007

Im Vorbeigehen

Eben lief draußen vor dem Otherland-Schaufenster ne Blonde im wütenden Stechschritt mit ganz viel Silberpapier im Haar und nem Friseur-Umhang vorbei. Das Silberpapier hat in der Sonne elstermäßig gefunkelt. Und die Geschichte dazu???

Theorien

a)
Sie hat sich während des Haarefärbens bei ihrem Lieblingsfriseur endlich ein Herz gefasst und ihn gefragt ob der mit ihr ausgehen will. Dann kam sein Freund vorbei. Er ist schwul *surpise* ;-)

b)
Die ganze Theorie a) wie gehabt, nur dass die Silberpapier-Lady lesbisch ist und dachte ihre Friseuse wäre auch lesbisch. War sie aber nicht.

c)
Sie ist UFO-Gläubig und versucht schon seit Jahren per Silberpapier im Haar Kontakt mit "IHNEN" aufzunehmen. Weil sie von den ständigen Klapsmühletranporten genervt war, hat sie sich jetzt den Friseurumhang als Alibi umgehängt und erzählt allen, dass sie vor ihrem angehimmelten Friseur geflüchtet ist, weil er sich als schwul geoutet hat (oder eben ihre Friseuse als nicht lesbisch).

d)
Sie ist bei ihrem Friseur in Duisburg eingeschlafen und in Berlin hier vor dem Otherland aufgewacht. Die Außerirdischen haben ihre Traumwellen per Silberpapiersender empfangen, wussten nicht, was sie damit anfangen sollten und haben sie bei uns vorm Laden geparkt.

Hm. Unglaublich, wenn man mal überlegt, was alles passieren kann, oder?

;-)

Der schönste Krankenhausaufenthalt...

Eben kam ein Kunde rein und hat sich für die Empfehlung von Bakkers "Schattenfall: Krieg der Propheten" und damit den schönsten Krankenhausaufenthalt seines Lebens bedankt.
Zitat Kunde: "Leider musste ich schon so bald wieder heim."
:)

Mittwoch, 21. März 2007

Gemüsepfanne

Hab mir gestern ne Gemüsepfanne gemacht. Hab alles geschnippselt und in die Wok-Pfanne geschmissen, lauthals nebenher irgend nen Mist aus dem Radio mitgesungen und dann kam ich an die Packung mit den Champignons.
Da hat es dann *klick* gemacht.
Lag an dem Ettikett. Darauf stand: "Kulturchampignons".
Als alter SFler komm ich daran natürlich nicht vorbei.
Kultur = Banks. Ian Banks. Ian M. Banks. Kultur-Zyklus.
Erster Band "Bedenke Phlebas".
Champignons?
War so ne Art neuronaler Kurzschluss; mein Hirn hat versucht, die Wortverbindung zwischen dem Kultur der Champignons und dem Bank'schen Zyklus herzustellen. Dabei ist mir fast der Rest des Gemüses angebrannt.
Also Banks. Hab bisher "Consider Phlebas" und "Feersum Endjinn" aus seinem Zyklus gelesen. Klasse. Wenn ich auch sagen muss, dass ich "Feersum Endjinn" gehasst habe. Sollte damals eine Rezension zu schreiben, hab nichts kapiert. Er hat dafür irgendeine Sprache entwickelt, die sich wie das Pfeifen gekochter Champignons anhört. Hm. Vielleicht daher ...?
Jedenfalls hab ich auch einen seiner Horror-Romane "The Wasp Factory" gelesen. Oder zumindest versucht. Damals war mir das echt zu duster. Böses Zeug. Sollte man nicht lesen, wenn man eh düstere Gedanken hegt.
Champignons ... jedenfalls hab ich die dann auch geschnippelt und nachdem alles gar war, zusammen mit einer Folge Lost konsumiert.
Nun die Frage: Les ich zu viel SF?
Und was wäre passiert, wenn ich mehr Fantasy anstatt SF lesen würde?
Oder Horror?
Wie Boris aka LeuK?
Was denkt der, wenn er ne Packung Champignons in der Hand hat? Keller? Dunkelheit? Feuchtigkeit?
*grusel*